Liebe Gemeindeglieder und Freunde des Pfarrbereiches Kloster Neuendorf,
die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele. Ein gutes Wort, das uns mit in die kommende Zeit gegeben ist. Keinen Anker zu haben, das ist nicht gut. Das würde bedeuten, wir treiben und treiben und können kein Halt machen, dort wo wir es gerne würden. Ein Schiff ohne Anker? Kein Seemann würde ein solches Schiff besteigen. Ich rede wirklich von einem Schiff und nicht von einem Ruder- oder Paddelboot. Vor Anker gehen bedeutet im übertragenen Sinn aber auch, dass wir uns Ruhe gönnen, dass wir Pause machen.
Manche von uns sind hier in der Altmark vor Anker gegangen und haben diese Region nie wieder verlassen und sind hier heimisch geworden. Sie hatten die Hoffnung hier anzukommen und sie sind hier angekommen? Sind Sie hier angekommen? Ich bin immer noch auf der Suche nach dem idealen Ankerplatz und habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Gott mich ihn finden lässt. Aber in der Zwischenzeit, hisse ich die Segel und die Flagge des Glaubens und versuche den Kahn irgendwie auf Kurs zu halten, hin zum Reich Gottes.
Manchmal ist die Zeit der Flaute ganz schön beängstigend und auch relativ lang und dann ist auch nichts mehr vom Heiligen Geist zu spüren, er wird schon noch da sein, aber man spürt ihn nicht mehr und dann gibt es wieder Zeiten, da sind die Segel voller Wind und es geht voran. Menschen bringen sich ein, haben Ideen und setzen einfach ihre Ideen um, fernab von Fördermitteln und Genehmigungen und es geht. Es geht und es menschelt wieder und plötzlich sind da leuchtende Augen und wunderbare Geschichten und es entsteht wirklich ein Gefühl von Gemeinschaft und von Mannschaft, die in einem Boot sitzt und an einem Strang zieht.
Solche Erlebnisse wünsche ich uns für die kommenden Monate. Das uns der Auferstandene begegnet, uns die Augen öffnet und uns zum Leben einlädt. Dass er uns die Angst nimmt, die sich übermächtig immer wieder breit zu machen versucht und uns mit Hoffnung beschenkt, dass das Reich Gottes eine Möglichkeitsform der Seinsweise Gottes ist. Er lädt uns ein, den Anker zu auszuwerfen und sich Zeit zu nehmen für Gott. Wollen wir uns in den kommenden Monaten einfach auch mal wieder öfter einladen?Wir probieren es einfach und sobald jemand unseren Garten betritt, unsere Wohnung, unser Haus, unseren Park ist Er mit dabei und lächelt.
In diesem Sinne! So soll es sein und so wird es sein – Ihr & Euer Pastor J.Brilling