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Liebe Gemeindeglieder und Freunde des Pfarrbereiches Kloster Neuendorf!


Jesus Christus spricht:

„Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“

Johannes 10,10

Ihr Lieben, dieses Wort ist vom Kontext her eingebettet in die Worte vom Hirten und seinen
Schafen, dann bezeichnet sich Jesus selbst als die Tür, durch die die Schafe hindurch müssen
und das alles endet dann mit der Aussage Jesu, dass er der gute Hirte ist.
Sind wir nicht gut dran, dass wir diesen weitsichtigen, klugen, umsichtigen und
fürsorglichen Hirten haben? Was können wir es gut haben. Wir haben einen Hirten, der es
nie nötig gehabt hat, sich besonders zur Schau zu stellen, der in den schwierigsten
Situationen sehr diplomatisch zu antworten wusste und allen war mit seinen Antworten
geholfen. Der einen hat ER durch sein Wort das Leben gerettet, der anderen hat ER klargemacht,
dass alle Wühlerei nichts bringt, wenn man sich keine Zeit für das Wort Gottes
nimmt, dem Nächsten hat ER…. So könnte ich jetzt lang durch weitermachen, denn die Bibel
erzählt Geschichten dieser Art noch und nöcher. Und doch hat seine Art der Kommunikation
nicht dazu geführt, dass die Welt dadurch ein bisschen friedlicher, etwas weniger korrupt
geworden wäre.
Das ändert aber nichts daran, dass wer zu ihm kommt und sich auf ihn einlässt, der findet
die Fülle. Ich meine nicht nur die Fülle irgendwann einmal, sondern die Fülle auch hier und
jetzt. Während ich dies hier schreibe, wächst alles wie verrückt und das üppige Grün ist ein
einziger Augentrost. Die Gärten geben die ersten Früchte her. Die Gräser am Straßenrand
wiegen sich im Wind. Menschen schreiben Briefe oder Karten; es kommen Geburtsanzeigen
und Todesnachrichten und alle erzählen vom Leben, von der Freude, vom Traurigsein auch
vom Verzweifeltsein und von gelebter oder erlebter Fülle. Ja Jesus, du segnest uns immer
wieder. Da backen Konfirmandinnen auf der Konfirmandenfreizeit leckerstes Brot.
Sie haben Sauerteig angesetzt und den Teig wieder und wieder gefaltet und uns damit einen
wirklichen Gaumenschmaus bereitet. Da sind junge Menschen von einer sehr alten
Schreibmaschine fasziniert und das Smartphone hat minutenlang mal überhaupt keine
Chance und mit einer Begeisterung, die ich so schon lange nicht mehr erleben durfte,
werden Buchstaben auf das eingespannte Papier gehämmert!
Mit welcher Fülle präsentiert sich Jesus selbst in einem Bibelzentrum!
Wir alle waren begeistert und haben dieses Zentrum mit einem von Hand gedruckten
Vaterunser auf Plattdeutsch verlassen. Mir ist noch einmal deutlich geworden, mit wie wenig
frühere Generationen klarkommen mussten und doch waren sie nicht weniger glücklich.
Auch sie haben sich schon dem guten Hirten anvertraut. Aber das kann nicht jeder.
Es kann sich nicht jeder jemandem anvertrauen. Es konnte sich auch nicht jeder Jesus
anvertrauen und das hat sich bis heute nicht geändert. Aber die, die sich ihm anvertraut
haben, die haben in ihrem Leben Dinge erlebt, die sie sonst nie erlebt hätten. Sie haben eine
Fülle erlebt, die die emotionale und materielle Leere wieder ins Gleichgewicht gebracht hat,
die befähigt hat zum Teilen, zum Lieben und zum Barmherzigsein. Und aus tiefstem Herzen
sagt ein Mensch dann zum anderen: Fürchte dich nicht, denn ER ist gekommen, damit wir
das Leben haben und es in Fülle haben.

So soll es sein und so wird es sein! Ihr & Euer Pastor J. Brilling